Arig Gaffer M. Ali Bakhiet (Sudan) & Klaus Koppe (Deutschland):
Energie für das Klima in Afrika - CO2 als Regulator.
Am Beispiel der Republik (Nord-)Sudan.
Energy for the climate in Africa - CO2 as a regulator.
The example of the Republic (North) Sudan.
Der (Nord-)Sudan ist umgeben von den Ländern Ägypten, Libyen, Tschad, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan, Äthiopien, Eritrea und dem Roten Meer. Der Sudan war bis zu seiner Teilung in Sudan und Südsudan 2011 flächenmäßig das größte Land in Afrika. Die Ernährungslage der Bevölkerung ist vielerorts besorgniserregend. Bedeutendster Wirtschaftszweig ist der Ölexport, gefolgt von der Landwirtschaft, die etwa ein Drittel der Wirtschaftsleistung darstellt. Die Volksrepublik China ist der wichtigste Investor im Sudan. Etwa 6 bis 8 Prozent der gesamten Ölimporte Pekings kommen aus dem Sudan. Etwa ein Drittel des sudanesischen Erdöls wird nach China exportiert. Bislang ist der Süden, der über rund drei Viertel der Ölquellen beider Staaten verfügt, auf die Küstenanbindung im nördlichen Öl-Verladehafen Port Sudan angewiesen. Ca. 80 % der Sudanesen leben von der Landwirtschaft, hauptsächlich von Hirseanbau und Viehzucht, 10 % von Industrie und Handel. Zusätzlich zum vorgenannten Erdöl exportiert der Sudan traditionell Baumwolle, Sesam, Erdnüsse und Häute. Weitere Erzeugnisse der Landwirtschaft sind Zuckerrohr, Weizen, Hirse und Sorghum.
Traditionelle Bioenergie (Feuerholz, Holzkohle) wird auf absehbare Zeit ein wichtiger Energieträger in Afrika bleiben. Der Nil, mit einem mittleren jährlichen Abfluss von 72 bis 75 Milliarden m³, ist für den Sudan die Lebensader.
Das Klima des Sudan ist überwiegend tropisch mit sehr hohen Temperaturen (weitgehend Wüstenklima, wenig Regen). Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Sudan, wie ganz Afrika, mit seinen geringen CO2-Emissionen als Region weltweit am wenigsten zur Erderwärmung und zum Klimawandel beigetragen hat und beiträgt.
Zentrale Bedeutung kommt dem Energiesektor zu, da der bestehende Energiebedarf mit der eigenen Erzeugungskapazität derzeit nicht annähernd gedeckt werden kann. Rund ein Drittel des Stroms wird derzeit aus Wasserkraft erzeugt.

Die beiden Autoren, Arig G. Bakhiet und Klaus Koppe, arbeiteten von 2004 bis 2007 gemeinsam am Institut für Energietechnik der Technischen Universität Dresden. Frau Bakhiet als Doktorandin, Herr Koppe als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Lehrauftrag und Prüfungsberechtigung. In dieser Zeit sind zahlreiche Veröffentlichungen, insbesondere zu Optionen und Potentialen des dezentralen Einsatzes von Biomasse zur Energieerzeugung und damit zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung, entstanden. Soziale, ethische und ökologische Aspekte spielten dabei eine signifikante Rolle.