Klaus Koppe
  Walther Pauer
 

Walther Pauer (1887 – 1971)

 


Walther PAUER, geboren am 1. April 1887, begann als 20jähriger nach dem Abitur am Regensburger Gymnasium das Studium in Maschinenbau an der TH München. Nach dem Studium, dass er mit Auszeichnung als Diplomingenieur abschloss, war er zunächst für 2 Jahre als Berechnungsingenieur bei MAN in Nürnberg tätig, bevor er 1913 als Assistent bei Nägel (1875-1939) am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen der TH Dresden seine Tätigkeit aufnahm.

Walther PAUER promovierte 1920 mit der Arbeit „Betrachtungen über Gegendruck- und Entnahmemaschinen“ und habilitierte sich mit einer Arbeit über „Berechnungen von Entnahmedampfmaschinen“ an der Fakultät Maschinenwesen und wurde zunächst zum außerordentlichen und 1933 zum ordentlichen Professor und Inhaber des Lehrstuhles für Dampfkessel und Wärmewirtschaft an die TH Dresden berufen. Er bezog ökonomische Größen in wärmetechnische Berechnungen ein, was im Studium des Maschinenbaues bis zu diesem Zeitpunkt  erstmalig war. PAUER übernimmt 1924 auch die Betriebsleitung des Fernheiz- und Elektrizitätswerkes.

Die Luftangriffe zum Ende des 2. Weltkrieges (13./ 14. Februar 1945) verwandelten die Stadt Dresden in Schutt und Trümmer, viele Häuser wurden zerstört. Auch die Gebäude der Technischen Hochschule waren davon betroffen. Das Machinenlaboratorium war zu 80 Prozent und das Fernheiz- und Elektrizitätswerk zu etwa 30 Prozent zerstört. Wertvolles Inventar wurde vernichtet. Der Hochschulbetrieb wird eingestellt. Die Instandsetzung der zerstörten und beschädigten Gebäude wurde gleich nach Beendigung des Krieges in Angriff genommen. Im Herbst 1946 erfolgte die Wiedereröffnung und ein Jahr später die Volleröffnung der TH. Unter Leitung und tätiger Mithilfe von PAUER und HEIDEBROEK (1876-1955), dem ersten Rektor nach der Wiedereröffnung bis 1947, begannen die Aufräumungs- und Bergungsarbeiten am Maschinenlaboratorium und dem Heizwerk. Ab Oktober 1946 mussten viele Wissenschaftler, so auch PAUER, in die Sowjetunion. “Wiedergutmachung” war der Grund. 1952 konnte er in seine alte Wirkungsstätte – die TH Dresden – als Professor mit Lehrstuhl und Direktor des Instituts für Energiewirtschaft an der Fakultät Maschinenwesen zurückkehren. Die damit verbundenen Verpflichtungen nahm er bis zu seiner Emeritierung 1958 wahr. Ihm gelang es aufgrund seiner persönlichen Aufgeschlossenheit und durch Bescheidenheit im persönlichen Auftreten die Mitarbeiter und die akademische Jugend zu begeistern.

1955 wurde PAUER zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin gewählt. Seine wissenschaftliche Arbeit spiegelt sich in über 70 Veröffentlichungen wider, darunter das Buch „Einführung in die Kraft- und Wärmewirtschaft“ (1959). Er war Mitherausgeber (1926) bzw. Herausgeber (1939) der Sammlung „Wärmelehre und Wärmewirtschaft in Einzeldarstellungen“.

Am 20. November 1971 verstarb Walther PAUER in Dresden.


Eine späte Würdigung seiner Person erfolgte mit der Benennung einer Straße nach PAUER im Campus der Brandenburgischen Technischen Universität (Walther-Pauer-Straße) in Cottbus und der feierlichen Verleihung des Namens „Walther-Pauer-Bau“ für das Gebäude des ehemaligen Heizkraftwerkes der TU Dresden am 1. Oktober 2004.

http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_maschinenwesen/geschichte/pauer



1893 - 1897 

Volksschule in Regensburg

1897 - 1906

Gymnasium in Regensburg

1907 - 1911

Studium Maschinenbau an der TH München

1911 - 1913

Berechnungsingenieur im Dampfmaschinenbau der Maschinen- und Anlagenfabrik Nürnberg

1913 - 1920

Assistent bei Adolph Nägel am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen der TH Dresden

1920

Promotion über das Thema: "Betrachtungen über Gegendruck- und Entnahmedampfmaschinen"

1921

Habilitation auf dem Gebiet der wärmetechnischen Berechnungen von Dampfmaschinen

1922

Berufung zum planmäßigen außerordentlichen Professor an die TH Dresden

1924

Übernahme der Betriebsleitung des HKW der TH

1933

Berufung zum ordentlichen Professor an die TH Dresden

1933 - 1946

Direktor des Instituts für Wärmetechnik und Wärmewirtschaft an der Fakultät für Maschinenwesen der TH Dresden

1946 - 1952

Aufenthalt in der Sowjetunion

1952 - 1958

Professor mit Lehrstuhl und Direktor des Instituts für Energiewirtschaft an der Fakultät     Maschinenwesen der TH Dresden

1958

Emeritierung

Über 70 Veröffentlichungen, darunter das Buch “Einführung in die Kraft- und Wärmewirtschaft" (1959), Mitherausgeber (1926) bzw. Herausgeber (1939) der Sammlung  "Wärmelehre und Wärmewirtschaft in Einzeldarstellungen"





Feierliche Enthüllung der Namenstafel durch Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Georg Marquardt, Dekan der Fakultät Maschinenwesen


Familie Pauer

 
 
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